Archive for Februar 2007

Guter Müll muss ins Meer
Februar 28, 2007

Ein Traum für Wirtschaftsbosse: Müll ins Meer kippen und gleichzeitig damit etwas Gutes für die Umwelt tun. Schöner Gedanke. Ferner Gedanke.

Wer käme heutzutage auf die Idee, massenhaft alte Reifen im Meer zu versenken, um so ein künstliches Korallen-Riff zu erschaffen? 1972 hielt man das für eine Spitzenidee…

Artikel: Eine schlechte Idee geht baden (FAZnet)

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Frank Zappa: „It’s about Words“
Februar 28, 2007

Back in the days:

Frank Zappa schlägt sich 1986 in der CNN-Sendung CROSSFIRE mit drei angestaubten Konservativen herum und muss sich für seine Liedtexte über Inzest, Satan und ähnliches rechtfertigen.

20 Jahre später schlägt nicht einmal Marilyn Manson solche Wellen.

Eine Diskussionsrunde mit so viel Pep möchte ich mal wieder im langweiligen deutschen Fernsehen sehen.

Nachtrag:
Informationen über Zappa für uns Nachgeborene (Wikipedia)
– Meine erste face2face Begegnung mit diesem früh verstorbenen Künstler geschah an einem kalten Wintertag in Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Dort steht eine von weltweit zwei Zappa-Erinnerungsbüsten 😉

E-Mail@Fundamentalist
Februar 28, 2007

An dieser Stelle eine Blog-Empfehlung: Jochen Bittner von der Zeit schreibt regelmäßig über weltweite Sicherheits- und Krisenpolitik. Das Blog trägt passenderweise den Titel „Beruf Terrorist„.

Sein aktueller Eintrag vom 27.2.2007: „Offene Mail an einen Gotteskrieger“

Reda Seyam gilt als einer der bestüberwachten Islamisten in Deutschland. Die Bundesanwaltschaft hält ihn für einen hochrangigen al-Qaida-Aktivisten. Die ARD strahlte gestern eine Dokumentation über den gebürtigen Ägypter und seine Mudschahedin-Hilfsdienste aus, mit dem Titel „Der Gotteskrieger und seine Frau“.

In einer E-Mail hatte mich Seyam kurz zuvor gebeten, mir den Film anzusehen. Er sei gespannt auf meinen Kommentar.

Den will ich gerne abgeben, allerdings nur in Form einer offenen E-Mail. Denn was in der Sendung zu sehen war, provoziert einige dringende Fragen.

Ausnahmsweise ist seine Bittner’sAntwort nicht wirklich ausgeklügelt, wirkt bemüht schlüssig. Zusammen mit den durchdachten Kommentaren der Leser ist das Posting durchaus lesenwert und interessant. Mal wieder: Für Interessierte 😉

PR, Helmut Schmidt + Hippie-Shit
Februar 27, 2007

Gedanken

Antwort auf eine E-Mail

Solche Menschen (PR-Menschen) vertreten ein Produkt oder das Ansehen eines Unternehmens. Sie geben dem ein Image, in dem sie selbst dieses Image repräsentieren.
Eine schlecht gelaunte PR-Frau wirst Du nie finden, außer sie ist fehl am Platz. Denn im Umkehrschluß würde dies bedeuten, dass das Unternehmen mies ist.

PR-Leute werden für das Repräsentieren engagiert. Unternehmen brauchen Menschen, die Journalisten jederzeit mit Pressematerial bedienen, die freundlichst am Telefon agieren, zügig E-Mails beantworten und dazu noch galant auftreten.

Der einzige Unterschied zur Saftschupserin im Flugzeug: Sie sind immer nett, nicht immer jung und darf sich auch hinsetzen.

Ich denke schon, dass sich viele im diesem Bereich selbstständig machen und erfolgreich sein können. Denn die menschliche Psyche stuft solche Menschen positiv ein. Und auch die Gesellschaft will immer mehr von diesem Völkchen.

Einen Bundeskanzler wie Helmut Schmidt wäre heute als Politiker garantiert nicht erfolgreich. Viel zu kantig, viel zu ungeschliffen und direkt. Glatte Zeiten verlangen glatte Typen. Heutzutage rutscht jeder mit. Die Angst vor dem eigenen wirtschaftlichen Niedergang ist zu groß, und das bewährte Konzept dagegen ist sich mit einem verzogenen Lächeln zu bücken.

Dieses Konzept steckt in einer ganzen, wenn nicht schon in einer zweiten Generationen. Fragt Euch mal, warum der Konservatismus bei den Jugendlichen wieder aufgeblüht ist? Die Außenwelt ist angsteinflössend und zwanghaft. Halt gibt es wieder verstärkt in Familie und Tradition.

Was ist die Folge? Ich glaube, dass früher oder später eine Gegenbewegung aufkommen wird. Wie immer lehnt sich eine neue Generation gegen die alt auf. Mit Sicherheit wird es keine vierte RAF-Generation geben. Aber es wird in diese Richtung gehen, nur pragmatischer und abgeschwächter. Vielleicht warten ja wieder ein paar Blumenkinder auf uns.

Wir prostituieren uns alle. Ich mache es gerade auch. Manche finden das ganz toll. Andere weniger. Mal schauen, was die Nachkommenden dazu sagen werden. Vielleicht: „Papa, was hast Du gemacht im Wirtschaftsreich?“

Ausnahmepunkt für die Pressefreiheit
Februar 27, 2007

So, so – das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen die Redaktion von Cicero war also doch nicht so ganz astrein. Ich warte ja nur, dass Otto Schily plötzlich wieder auftaucht. Dann könnte er einen Spruch wie diesen loslassen: „Ich bedauere die Entscheidung des Gerichts. Ich halte das für einen großen Fehler, der unsere Bürger und unser Land gefährdet. Dies war kein guter Tag für den Kampf gegen den Internationalen Terrorismus. Aber ich respektiere natürlich die Entscheidung, und wir müssen jetzt sehen, wie wir damit umgehen.“ Gerade als Otto Schily bemerkt, dass er gar nicht mehr im Amt ist, könnte Peter Struck auftauchen. Die Pfeife im Mund, könnte er aus den Mundwinkeln zischen: „Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt“. Und dieses Zitat ist in anderem Zusammenhang belegt.

Blub – Danke – Gute Nacht

Für Interessierte:
Otto Schily – Gewinner des „Big Brother Lifetime Award 2005“